Glasversicherung

Für die Einordnung eines Gegenstandes zur Gebäudeverglasung oder zur Mobiliarverglasung ist es maßgebend, ob der Gegenstand sich – entsprechend seiner Funktion immer an derselben Gebäudestelle befindet. Aus diesem Grund ist eine Glastür, die zur Gebäudeverglasung zählt – nach den jeweiligen Versicherungsbedingungen – nur an ihrem bestimmungsgemäßen Platz versichert. Kommt es zu einer Beschädigung, während sie ausgehängt worden ist, besteht für die Tür kein Versicherungsschutz.

Mit dieser Begründung hat etwa das Amtsgericht Köln im August 2008 eine Klage abgewiesen1, mit der von einem Versicherungsunternehmen die Erstattung der Kosten für eine neue Glastür verlangt worden sind. Der Kläger hatte eine Glasversicherung bei dem Versicherungsunternehmen abgeschlossen, nach deren Glasversicherungsbedingungen die Gebäudeverglasungen nur an ihrem bestimmungsgemäßen Platz versichert sind. Zum Streichen der Zarge ist vom Kläger die Glastür ausgehängt worden. Beim Versuch, die Tür auf einem Teppich abzustellen, ist sie dann zerbrochen.

Die Glasversicherung in der Hausrat- bzw. Gebäudeversicherung

Soll ein Glasbruch keinen Scherbenhaufen hinterlassen, ist es sinnvoll eine Glasversicherung abzuschließen. Allerdings sollte man sich dabei genau die Vertragsbedingungen ansehen und aus der beachtlichen Anzahl von Glasversicherungen, die speziell für sich und seine Bedürfnisse optimale Variante auswählen. Allgemein zählt die Glasversicherung zu den Sachversicherungen. Sie kann bereits Bestandteil einer bestehenden Hausratversicherung (alte Hausratversicherung, VHB 42, 66 oder 74) sein. Der separate Abschluss einer Glasversicherung konnte mit den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Glasversicherung (AGlB 86) erfolgen. Darüber hinaus besteht aber auch die Möglichkeit, dass in einer bestehenden Gebäudeversicherung schon eine Glasbruchversicherung enthalten ist. Durch die Gebäudeversicherung werden aber lediglich die Glasschäden versichert, die durch die hier versicherten Gefahren aufgetreten sind. Also ist nicht jeder Glasbruch abgedeckt.

Der Versicherungsschutz der Mobiliar- und der Gebäudeverglasung

Bei einer eigenständigen Glasversicherung ist dagegen die Ursache des Glasbruchs nicht maßgebend. Eine Glasversicherung soll vor Glasbruch schützen. Dabei unterscheidet man zwischen der Gebäudeverglasung und der Mobiliarverglasung. Während zur Gebäudeverglasung alle mit dem Gebäude (dem Versicherungsort) verbundenen Glasscheiben zählt, versteht man unter der Mobiliarverglasung alle beweglichen Gegenstände aus Glas. Glasbruch wird definiert als Bruch der Verglasung. Das ist nicht nur der Fall bei einer zerstörten Glasscheibe, sondern auch bei einem Riss von der Vorderseite bis zur Rückseite. Tritt der Versicherungsfall ein, zahlt die Versicherung das vorläufige Verschließen der Öffnung, die sogenannte Notverglasungen. Darüber hinaus besteht Versicherungschutz für die Entsorgungskosten des versicherten und zerbrochenen Glases. Die eigentliche Versicherungsleistung, den Einbau einer neuen Verglasung wird grundsätzlich als Sachleistung erbracht.

Der Abschluss einer Glasversicherung

Hat man sich dazu entschlossen, eine eigenständige Glasversicherung abzuschließen, ist darauf zu achten, sowohl bei Vertragsschluss als auch im Schadensfall bei der Beschreibung des Hergangs alle Angaben wahrheitsgemäß zu beantworten. Ansonsten kann im Schadensfall der Versicherungschutz wegfallen. Allerdings besteht keine Pflicht, bei der Frage nach sogenannten Vorversicherungen im Antragsformular die Versicherung des Lebensgefährten anzugeben. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Oldenburg2 macht ein Versicherungsnehmer keine falschen Angaben über eigene Versicherungen, wenn er die Versicherung (gleicher Art) seiner Lebensgefährtin in seinem Antragsformular verschweigt.

  1. AG Köln, Urteil vom 26.08.2008 – 120 C 190/08 []
  2. OLG Oldenburg, Urteil vom 10.05.1995 – 2 U 54/95 []

 

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