Investitionsgüterkreditversicherung

Die Investitionsgüterkreditversicherung ist eine spezielle Variante der Forderungsausfallversicherung oder Warenkreditversicherung. Diese Investitionsgüterkreditversicherung sichert die Folgen eines Forderungsausfalls bei der Lieferung von Investitionsgütern ab, also das Kaufpreisrisiko beim Verkauf von Maschinen, Anlagen oder Fabriken.

Die Investitionsgüterkreditversicherung kann Warenlieferungen im Inland wie auch solche in das Ausland absichern. Versichert ist allerdings auch bei Lieferungen in das Ausland stets nur das wirtschaftliche Risiko, also das Bonitätsrisiko oder gar Insolvenzrisiko des Käufers. ab. Politische Risiken eines Exportgeschäfts können dagegen nicht über eine Investitionsgüterkreditversicherung abgesichert werden, hierfür stehen die speziellen Exportkreditgarantien zur Verfügung.

Im Unterschied zur Warenkreditversicherung mit ihren Kurz- oder Mittelfristgeschäften liegen bei den im Rahmen der Investitionsgüterkreditversicherung versicherten Geschäften zwischen Lieferung und Rechnungsstellung und der endgültigen Bezahlung meist mehrere Monate oder Jahre (Langfristgeschäft). Aufgrund dieser langen Laufzeiten ist bei der Lieferung von Investitionsgütern das Risiko eines Forderungsausfalls aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten oder gar der Insolvenz des Käufers ungleich höher, so dass der Versicherer bei der Investitionsgüterkreditversicherung eine andere Kalkulation (und auch eine genauere Überprüfung des Bonitätsrisikos des Käufers) vornehmen muss wie bei der Warenkreditversicherung.

Zu den im Rahmen der Investitionsgüterkreditversicherung absicherbaren Risiken zählt regelmäßig auch das Fabrikationsrisiko, also das Risiko, dass schon während der Produktion des verkauften Investitionsgutes und vor dessen Auslieferung der Abnehmer insolvent wird. Zwar kommt es in diesem Fall nicht zu einem Forderungsausfall, da das Investitionsgut noch nicht geliefert wurde. Allerdings bedingt bereits die Produktion des Investitionsgutes selbst oftmals schon eine erhebliche finanzielle Investition des Herstellers. Und soweit es sich bei dem angefertigten Investitionsgut um eine Spezialanfertigung handelt, lässt sich auch nur in Ausnahmefällen ein anderer Käufer finden. Soll dieses Fabrikationsrisiko ebenfalls durch eine Investitionsgüterkreditversicherung abgesichert werden, werden hierzu vor Produktionsbeginn die reinen Herstellungskosten als Versicherungssumme geschätzt, aus denen dann je nach Produktionsstand die Entschädigung vom Kreditversicherer berechnet wird.

 

Kontakt  |  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutz  |  Impressum
© 2009 - 2019 Praetor Intermedia UG (haftungsbeschränkt)