Leistungsausschluss bei nicht gebäudebezogenem Einbruchdiebstahl in der Hausrat-Außenversicherung

All­ge­mei­ne Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen sind so aus­zu­le­gen, wie sie ein durch­schnitt­li­cher Ver­si­che­rungs­neh­mer bei auf­merk­sa­mer Durch­sicht und Berück­sich­ti­gung des erkenn­ba­ren Sinn­zu­sam­men­hangs ver­ste­hen muss. Dabei kommt es auf die Ver­ständ­nis­mög­lich­kei­ten eines Ver­si­che­rungs­neh­mers ohne ver­si­che­rungs­recht­li­che Spe­zi­al­kennt­nis­se und damit – auch – auf sei­ne Inter­es­sen an1.

Gemes­sen an die­sen Grund­sät­zen kann ein durch­schnitt­li­cher Ver­si­che­rungs­neh­mer aus den Rege­lun­gen der § 12 Nr. 1, § 3 Nr. 2 und § 5 Nr. 1a VHB 84 ent­neh­men, dass für einen nach § 5 Nr. 1a VHB 84 defi­nier­ten „Ein­bruchs­dieb­stahl” in einen umschlos­se­nen Raum eines „Gebäu­des” ein­ge­drun­gen wer­den muss und nur gebäu­de­be­zo­ge­ne Ein­bruchs­dieb­stäh­le, auch bei der Außen­ver­si­che­rung nach § 12 Nr. 1 VHB 84, mit ver­si­chert sind. Eine Unter­schei­dung, Dif­fe­ren­zie­rung oder sys­te­ma­ti­sche Ein­ord­nung wie von der Beru­fung ange­führt, die im All­ge­mei­nen unter Ver­si­che­rungs­neh­mern als Aus­le­gungs­me­tho­de ohne­hin nicht bekannt sein dürf­te, zwi­schen „Sturm­schä­den” gem. § 12 Nr. 3 VHB 84 und einem Ein­bruchs­dieb­stahl im Rah­men der Außen­ver­si­che­rung nach § 12 Nr. 1, § 5 Nr. 1a VHB 84 nimmt ein durch­schnitt­li­cher Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht vor und ist auch nicht not­wen­dig für das Ver­ständ­nis der Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen. § 12 Nr. 1 VHB 84 regelt die Außen­ver­si­che­rung als Aus­nah­me vom Erfor­der­nis des Ver­si­che­rungs­or­tes gem. § 10 VHB 84, wobei die Defi­ni­ti­on des Ver­si­che­rungs­fal­les (Ein­bruch) in § 5 VHB 84 unbe­rührt bleibt2. § 12 Nr. 1 VHB 84 und § 5 Nr. 1a VHB 84 sind auch unter Berück­sich­ti­gung von § 12 Nr. 3 VHB 84 nach der ein­hel­li­gen und zutref­fen­den ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung weder intrans­pa­rent gem. § 307 Abs. 1 S. 2 BGB noch mehr­deu­tig gem. § 305c Abs. 2 BGB3.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 16. Mai 2013 – 7 U 83/​13

  1. BGHZ 84, 268; BGHZ 123, 83; BGH VersR 2009, 623[]
  2. Prölss/​Martin, VVG, 27. Auf­la­ge, § 12 VHB 84, sub 1[]
  3. OLG Köln VersR 2011, 390 [Rn. 8]: nur „gebäu­de­be­zo­ge­ner” Ver­si­che­rungs­schutz auch beim (räu­be­ri­schen) Dieb­stahl; OLG Hamm VersR 2006, 833 [Rn.19]; OLG Hamm VersR 1992, 353 [Rn. 10 und 14 a. E.]; a. A.: LG Ham­burg r+s 1996, 32 f.; LG Köln r + s 1991, 426[]