Pflichten der Versicherungsmakler bei Lebensversicherungen

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs tref­fen den Ver­si­che­rungs- und Finan­zie­rungs­mak­ler beson­de­re Sorg­falts­pflich­ten. Die Pflich­ten des Ver­si­che­rungs­mak­lers gehen weit. Er wird regel­mä­ßig vom Ver­si­che­rungs­neh­mer beauf­tragt und als sein Inter­es­sen- oder sogar Abschluß­ver­tre­ter ange­se­hen. Er hat als Ver­trau­ter und Bera­ter des Ver­si­che­rungs­neh­mers indi­vi­du­el­len, für das betref­fen­de Objekt pas­sen­den Ver­si­che­rungs­schutz oft kurz­fris­tig zu besor­gen. Des­halb ist er anders als sonst der Han­dels- oder Zivilmak­ler dem ihm durch einen Geschäfts­be­sor­gungs­ver­trag ver­bun­de­nen Ver­si­che­rungs­neh­mer gegen­über übli­cher­wei­se sogar zur Tätig­keit, meist zum Abschluß des gewünsch­ten Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­pflich­tet. Dem ent­spricht, daß der Ver­si­che­rungs­mak­ler von sich aus das Risi­ko unter­sucht, das Objekt prüft und den Ver­si­che­rungs­neh­mer als sei­nen Auf­trag­ge­ber stän­dig, unver­züg­lich und unge­fragt über die für ihn wich­ti­gen Zwi­schen- und End­ergeb­nis­se sei­ner Bemü­hun­gen, das auf­ge­ge­be­ne Risi­ko zu plat­zie­ren, unter­rich­ten muss. Wegen die­ser umfas­sen­den Pflich­ten kann der Ver­si­che­rungs­mak­ler für den Bereich der Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se des von ihm betreu­ten Ver­si­che­rungs­neh­mers als des­sen treu­hän­der­ähn­li­cher Sach­wal­ter bezeich­net und inso­weit mit sons­ti­gen Bera­tern ver­gli­chen wer­den. Das gilt trotz der in vie­len Län­dern gleich­för­mig bestehen­den Übung des Ver­si­che­rungs­ver­trags­rechts, wonach die Pro­vi­si­on der Ver­si­che­rungs­mak­ler vom Ver­si­che­rer getra­gen wird. Der Ver­si­che­rungs­mak­ler hat bei der Ver­mitt­lung von Finan­zie­run­gen dem­entspre­chend die Inter­es­sen des Ver­trags­part­ners zu wah­ren und ins­be­son­de­re auch über Risi­ken auf­zu­klä­ren. Er hat fer­ner dem Ver­trags­part­ner von vor­han­de­nen Finan­zie­rungs­al­ter­na­ti­ven die­je­ni­ge zu emp­feh­len, die den Inter­es­sen des jewei­li­gen Anle­gers am Ehes­ten entspricht.

Haupt­pflicht des Ver­si­che­rungs- und Finan­zie­rungs­mak­lers ist es nicht nur, dem Ver­trags­part­ner eine Finan­zie­rung zu ver­mit­teln die geeig­net ist. Er hat viel­mehr beson­de­re Für­sor­ge- und Treue­pflich­ten im Rah­men derer er gehal­ten ist, dem Ver­trags­part­ner die Ver­si­che­rung vor­zu­schla­gen und zu ver­mit­teln, die dem Ver­trags­part­ner die best­mög­li­che Finan­zie­rung und Ren­di­te bietet. 

Land­ge­richt Itze­hoe, Urteil vom 29. Okto­ber 2009 – 7 O 27/​09