Rentenversicherung

Die Rentenversicherung ist eine Variante der Lebensversicherung, bei der eine lebenslange Rente in vereinbarter Höhe garantiert wird.

Wie der Versicherungsschutz im Einzelnen gestaltet sein soll, entscheidet der Kunde. Er hat die Wahl zwischen verschiedenen Konzepten:

Rentenversicherung mit aufgeschobener Rentenzahlung[↑]

Die klassische Form ist die Rentenversicherung mit aufgeschobener Rentenzahlung. Das heißt, dass der Versicherte das Kapital durch regelmäßige Zahlungen aufbaut. Er zahlt wahlweise jeden Monat, alle drei Monate, alle sechs Monate oder jährlich. Einmalbeiträge in ein Beitragsdepot sind gleichfalls möglich. Zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt kann der Versicherte von seinem sogenannten Kapitalwahlrecht Gebrauch machen, sofern dies vereinbart ist. Das heißt, er wählt, ob er eine lebenslange Rente oder einmalig einen hohen Geldbetrag – die Kapitalabfindung – erhalten möchte. Diese Entscheidung muss gut abgewogen sein, denn sie lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Sofortrente[↑]

Bei der sogenannten Sofortrente beginnt die Rentenauszahlung auf Lebenszeit direkt nach Abschluss des Vertrages. Voraussetzung ist, dass der Versicherungsnehmer den Beitrag auf einmal einzahlt. Die Höhe der eingezahlten Summe bestimmt die Höhe der Rente. Das Geld kann beispielsweise aus einer Erbschaft oder aus der Ablaufleistung einer Kapitallebensversicherung stammen. Eine spätere Kündigung des Vertrages ist normalerweise nicht möglich.

Absicherung für Angehörige[↑]

Wer möchte, kann mit einer privaten Rentenversicherung auch seine Angehörigen absichern. Wenn der Vertrag eine Rentengarantiezeit vorsieht, wird die Rente auch nach dem Tod des Versicherten weiter ausgezahlt: Die Hinterbliebenen erhalten die Rente dann so lange, bis die vereinbarte Garantiezeit abgelaufen ist. Alternativ ist es auch möglich, eine Hinterbliebenenrente zu vereinbaren. Die mitversicherte Person erhält dann nach dem Tod des Hauptversicherten eine private Rente auf Lebenszeit.

Beiträge und Lebenserwartung[↑]

Auf den ersten Blick erscheint es ungerecht: Frauen zahlen für eine private Rentenversicherung höhere Beiträge als Männer, die einen vergleichbaren Vertrag abgeschlossen haben. Doch was scheinbar unfair ist, hat einen einfachen Grund: Die Versicherer müssen die unterschiedlichen Lebenserwartungen von Männern und Frauen berücksichtigen. Die Leistungsverpflichtungen der Versicherer sind für beide Geschlechter gleich. Wer auf die alternativ wählbare Kapitalabfindung schaut, stellt fest, dass die Summen nahezu identisch sind. Bei vielen Versicherungsunternehmen haben Kunden ebenfalls die Möglichkeit, in der Rentenversicherung eine Dynamisierung zu vereinbaren. Das bedeutet: Die regelmäßigen Beiträge steigen in jedem Jahr um einen geringen Prozentsatz. Der Versicherungsschutz erhöht sich entsprechend. So ist gewährleistet, dass sich der Vertrag im Laufe der Zeit dem steigenden Einkommen und Lebensstandard des Versicherten anpasst.

Medizinische Untersuchung[↑]

Für eine private Rentenversicherung ist keine Gesundheitsprüfung notwendig, sofern keine Hinterbliebenenrente vereinbart wird. Deshalb eignet sie sich auch für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Kapitallebensversicherung abschließen können.

Überschüsse[↑]

Aufgrund gesetzlicher Vorschriften kalkulieren die Versicherer Beiträge vorsichtig, das heißt mit Sicherheitszuschlägen. Wenn die Kosten geringer ausfallen als erwartet, die Zinsen höher liegen oder – bei der Kapitallebensversicherung – weniger Todesfälle eintreten, dann erwirtschaften sie Überschüsse. An diesen Überschüssen werden die Versicherten beteiligt. Einen Teil der erwirtschafteten Überschüsse leiten die Versicherer in Form einer Direktgutschrift an die Versicherten weiter. Der Rest fließt zunächst in die Überschussreserve, die sogenannte Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Daraus verteilen die Versicherer die weiteren Überschussanteile an die Versicherten.

Dies sind die drei häufigsten Überschussformen:

  • Bonussystem: Bei dieser Variante werden die jährlichen Überschussanteile als Einmalbeträge in eine zusätzliche, ansonsten beitragsfreie Versicherung eingezahlt. Dadurch erhöht sich Jahr für Jahr die Versicherungsleistung.
  • Verzinsliche Ansammlung: Das Versicherungsunternehmen spart und verzinst die jährlichen Überschussanteile. Den angesparten Betrag bekommen die Versicherten mit den Zinsen ausgezahlt, sobald die Versicherung abläuft.
  • Beitragsverrechnung: Die Versicherer vermindern die regelmäßigen Beiträge um die prognostizierten jährlichen Überschussanteile. Das bedeutet: Die Zahlungen des Kunden sind niedriger als der eigentliche Tarifbeitrag. Erwirtschaftet das Versicherungsunternehmen weniger Überschüsse als kalkuliert, kann der reduzierte Beitrag für die Folgezeit angehoben werden – maximal bis auf die Höhe des Tarifbeitrags.

Da sich die verschiedenen Arten der Überschussbeteiligung für den Versicherten finanziell unterschiedlich auswirken, sollten sich Interessenten vor Vertragsabschluss ausführlich über dieses Thema informieren lassen.

 

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