Vertrauensschadenversicherung

Mit einer Vertrauensschadenversicherung schützt sich ein Unternehmen vor Vermögensschäden aus von seinen eigenen Betriebsangehörigen oder sonstigen Vertrauenspersonen des Unternehmens begangenen vorsätzlichen unerlaubten Handlung, die nach § 823 BGB zum Schadenersatz verpflichtet, also gegen Schäden aus einem von seinen Mitarbeitern begangenen Betrug, Unterschlagung, Diebstahl, Untreue, Sachbeschädigung, Sabotage.

Ersetzt werden dabei in der Regel sowohl Schäden, die dem versicherten Unternehmen selbst entstehen, wie auch Schäden, die durch die eigenen Mitarbeiter dritten Personen zugefügt werden.

Die Vertrauensschadenversicherung sichert regelmäßig gegen Vermögensschäden, die von Arbeitnehmern einschließlich der Zeitarbeitskräfte begangen werden. Sicherheitspersonal, Reinigungspersonal und Wartungspersonal ist während der regulären Arbeitszeit ebenfalls in den Versicherungsschutz mit einbezogen. Dies gilt unter bestimmten Umständen – und gegen eine höhere Versicherungsprämie – auch für freie Mitarbeiter, Handelsvertreter und Subunternehmer.

Besonderheiten gelten für die Versicherung von Schäden, die dem Unternehmen von seinen Gesellschaftern, Geschäftsführern oder Vorständen zugefügt werden, wobei im Regelfall nach der Funktion im Unternehmen und der Höhe der Kapitalbeteiligung am Unternehmen unterschieden wird.

Risikoausschlüsse bestehen regelmäßig bei nicht vertrauenswürdigen Vertrauenspersonen. Wenn Sie also jemanden mit Zugriff auf Ihr Geld (etwa als Kassierer oder mit Kontovollmacht) einstellen, der bereits wegen Vermögensdelikten einschlägig vorbestraft ist, greift die Vertrauensschadenversicherung im Regelfall nicht ein.

Versichert ist nur der unmittelbare Schaden, ersetzt wird also z.B. das unterschlagene Geld. Nicht von der Vertrauensschadensversicherung umfasst sind dagegen die mittelbaren Schäden, die etwa dadurch entstehen, dass wegen des hierdurch diese Handlung eingetretenen Liquiditätsengpasses bestimmte Geschäfte nicht getätigt werden konnten.

Soweit ein Schaden durch die Feuerversicherung, eine Betriebsunterbrechungsversicherung, eine Einbruchdiebstahlsversicherung oder durch eine Elektronikverischerung versicherbar ist, ist ein Eintritt der Vertrauensschadenversicherung meist aufgrund einer in dem Versicherungsvertrag zur Vertrauensschadenversicherung regelmäßig enthaltenen Subsidiaritätsklausel ausgeschlossen, und zwar unabhängig davon, ob diese andere Versicherung im konkreten Fall besteht oder nicht.

 

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