Vorerkrankungen im Zusammenhang mit der Unfallversicherung

Sie haben einen Arbeitsunfall und es wurde festgestellt, dass sie bereits eine Vorerkrankung haben, welche den Unfall mit verursacht haben könnte? Sie fragen sich, was es in einem solchen Fall zu unternehmen gilt und ob ihnen möglicherweise eine Leistungsminderung droht? Hier finden Sie rechtlichen Beistand bei Arbeitsunfällen, sowie eine kostenlose Beratung.

Doch was gilt nun im Fall einer Vorerkrankung? Dürfen Leistungen gekürzt werden?

Da es durch den natürlichen Alterungsprozess ganz natürlich ist, dass in zunehmenden Alter, gerade bei körperlich anspruchsvollen Berufen die Anfälligkeit für erste kleine Beeinträchtigungen stetig steigt, handelt es sich hierbei um eine wichtige Frage, welche für fast alle Arbeitnehmer relevant ist.

Grundsätzlich gilt, dass laut den Allgemeinen Unfallversicherungs-Bedingungen eine Minderung der Leistungen veranlasst wird „falls Krankheiten oder Gebrechen bei einer durch ein Unfallereignis verursachten Gesundheitsschädigung oder deren Folgen mitgewirkt haben“. Hierbei gilt es zu Beachten, dass der Mitwirkungsanteil der vorherigen Krankheit an der Entstehung des Schadens zu mindestens 25% beteiligt war.

Was passiert im Zweifelsfall bei dem Anteil der Vorerkrankung?

Grundsätzlich gilt, sollte der Versicherer nicht zweifelsfrei nachweisen können, dass eine Vorerkrankung derart maßgeblich an der Entstehung des Schadens beteiligt war, der Versicherer die vollen Leistungen tragen muss. Zur Beweisaufnahme muss der Versicherungsträger zweifelsfrei nachweisen können, dass der Versicherungsnehmer vorher behandlungsbedürftig war oder durch diverse Beeinträchtigungen eingeschränkt war.

Dieser Nachweis kann sich für den Versicherungsträger als kompliziert erweisen, da es meist nicht einfach ist im Falle einer Verletzung rückwirkend eine vorherige Beeinträchtigung oder Erkrankung nachzuweisen.

Was passiert im Falle einer schwerwiegenden Verletzung oder Berufsunfähigkeit?

Die Bedingungen, unter welchen eine Berufsunfähigkeit des Arbeitnehmers erfolgen kann sind klar in zwei verschiedenen Fällen gegeben. Sollte ein Versicherungsnehmer infolge von einer Krankheit, dem Körperverschleiß oder eines Kräftenachlasses nicht mehr im Stande seien, seine bisherige Tätigkeit fortzusetzen oder sollte aufgrund der Beeinträchtigung eine Weiterausübung des Berufes unzumutbar sein, gilt der Versicherungsnehmer als berufsunfähig.

Dabei kann die zweite Ursache der Berufsunfähigkeit auch im Falle einer drohenden Verschlechterung bei der Weiterbeschäftigung des Versicherten eintreten, da eine Weiterbeschäftigung in diesem Fall als „Raubbau“ an der Gesundheit des Arbeitenden gesehen werden kann. Einer weiterer solcher Fall tritt ein, sollte die Behandlung des Krankheitsverlaufes mit indizierten Medikamenten erfolgen, welche eine weitere Beeinträchtigung bzw. Gefährdung der Gesundheit des Leistungsempfängers befürchten lassen. Dieser Fall gilt auch wenn, der eigentliche Krankheitsverlauf eine Weiterbeschäftigung des Versicherungsnehmers eigentlich noch zulassen würde.

In diesem Falle gilt jedoch für den Versicherungsnehmer die jeweilige Beweislast für eine Unzumutbarkeit der Fortsetzung der beruflichen Tätigkeit zu erbringen und dem jeweiligen Versicherungsträger die erforderlichen Unterlagen vorzulegen.

 

Kontakt  |  Nutzungsbedingungen  |  Datenschutz  |  Impressum
© 2009 - 2018 Praetor Intermedia UG (haftungsbeschränkt)