Wartezeit statt Risikoausschluss

Mit Fäl­len, in denen nach dem Ver­si­che­rungs­ver­trag bzw. den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen an die Stel­le einer vor­ver­trag­li­chen Risi­ko­prü­fung ein Risi­ko­aus­schluss tritt bzw. tre­ten soll, ist die Recht­spre­chung seit lan­gem und mehr­fach befasst wor­den. Bean­stan­det wor­den sind Risi­ko­aus­schlüs­se, die den ohne Risi­ko­prü­fung gewähr­ten Ver­si­che­rungs­schutz auch für Ver­si­che­rungs­fäl­le auf­grund von dem Ver­si­che­rungs­neh­mer bei Abga­be sei­ner Ver­trags­er­klä­rung nicht bekann­ten Vor­er­kran­kun­gen ver­sa­gen sollten.

Zählt der Risi­ko­aus­schluss dage­gen bestimm­te, dem Ver­si­che­rungs­neh­mer bekann­te Erkran­kun­gen auf, deren Ver­schwei­gen im Übri­gen bzw. von vorn­her­ein zumin­dest als grob fahr­läs­sig ein­zu­stu­fen wären, und wird die kau­sa­le Ver­knüp­fung – wie hier – her­aus­ge­stellt, ist der Risi­ko­aus­schluss wirk­sam und miss­ach­tet nicht die gesetz­li­che Risi­ko­ver­tei­lung bzw. ‑zuord­nun­gen.

Land­ge­richt Braun­schweig, Urteil vom 5. August 2014 – 7 O 651/​14