Widerruf des Bezugsrechts bei einer Lebensversicherung auf verbundene Leben

Bezugs­rech­te bei einer (Risi­ko-)Lebens­ver­si­che­rung auf ver­bun­de­ne Leben kön­nen nur von bei­den Ver­si­che­rungs­neh­mern gemein­sam wider­ru­fen werden.

Für das Bezugs­recht aus einer Lebens­ver­si­che­rung kommt es auf das Deckungs­ver­hält­nis zwi­schen Ver­si­che­rungs­neh­mer und Ver­si­che­rer und die dort ver­ein­bar­ten Bedin-gun­gen an (Senats­ur­teil vom 30. Novem­ber 1994 IV ZR 290/​93, BGHZ 128, 125, 132). 

Eine Ände­rung die­ses Bezugs­rechts kann nach § 16 Ziff. 1 und 4 der All­ge­mei­nen Bedin­gun­gen für die Risi­ko­ver­si­che­rung nur durch den Berech­tig­ten erfolgen. 

Bei einer Ver­si­che­rung für ver­bun­de­ne Leben, bei der zwei Per­so­nen jeweils Ver­si­che­rungs­neh­mer und ver­si­cher­te Per­son sind und bei der ein wech­sel­sei­ti­ges Bezugs­recht be-steht, han­delt es sich um einen gegen­sei­ti­gen Ver­trag, bei dem jeder Ver­si­che-rungs­neh­mer sei­ne Leis­tung, näm­lich die Ein­set­zung des ande­ren zum Bezugs­be­rech­tig­ten, nur in der Erwar­tung und unter der Bedin­gung er-bringt, dass der ande­re ein glei­ches tut (OLG Stutt­gart VersR 1954, 186; fer­ner OLG Köln VersR 1992, 1337). 

Hier­aus folgt, dass das Recht zum Wider­ruf einer ein­mal ein­ge­räum­ten Bezugs­be­rech­ti­gung nur von bei­den Ver­si­che­rungs­neh­mern gemein­sam aus­ge­übt wer­den kann (Benkel/​ Hirsch­berg, Lebens- und Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung 2. Aufl. § 13 ALB 2008 Rn. 41; Ort­mann in Schwintowski/​Brömmelmeyer, PK-VVG 2. Aufl. § 159 Rn. 57; Reiff/​Schneider in Prölss/​Martin, VVG 28. Aufl. § 13 ALB 86 Rn. 14).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14.11.2012 – IV ZR 219/​12