Basisrente (Rürup-Rente)

Bei der Basisrente – landläufig auch als „Rürup-Rente“ bekannt, handelt es sich um eine freiwillige, private Rentenversicherung, die zwar in weiten Bereichen der gesetzlichen Rentenversicherung ähnelt, hinsichtlich ihrer Finanzierungsbasis jedoch anderen Regeln, nämlich denen der Kapitaldeckung, folgt.

Besonderheiten der Basisrente[↑]

Bei der Rürup-Rente handelt es sich um eine staatlich geförderte, individuelle Rentenversicherung mit garantierten Leistungen und einer Überschussbeteiligung, die allerdings einige besondere Regeln gelten muss:

  • Zunächst muss der Vertrag eine lebenslange monatliche Leibrente ausweisen, die Auszahlung in einer Summe muss ebenso ausgeschlossen sein wie die Möglichkeit von Teilauszahlungen.
  • Die monatliche Leibrente darf nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen.
  • Die Ansprüche aus der Basisrente werden stets nur den Versicherten selbst ausgezahlt, sie sind grundsätzlich nicht vererbbar. Lediglich eine Hinterbliebenenrente für den Ehegatten oder die Kinder kann zusätzlich noch vereinbart werden. Sie vor Beginn der Rentenzahlungen, erfolgen Zahlungen aus der von ihm abgeschlossenen Basisrente mithin nur, wenn eine Hinterbliebenenversorgung von ihnen mitversichert wurde.
  • Die Ansprüche aus der Basisrente können nicht übertragen, beliehen oder veräußert werden.
  • Das Vorsorgekapital der Basisrente ist im Falle von Arbeitslosigkeit und Bedürftigkeit geschützt, so dass weder die Arbeitsagentur noch (bei ALG-II-Bezug) der Grundsicherungsträger noch das Sozialamt hierauf zugreifen können. Sie können vor dem Bezug von Sozialleistungen auch nicht darauf verwiesen werden, zunächst ihre Basisrente zu verwerten, da gerade eine solche vorzeitige Verwertung regelmäßig ausgeschlossen ist.
  • Die Basisrente kann auch nicht gepfändet werden, so dass auch eventuelle Gläubiger keinen Zugriff auf das hier gebildete Vorsorgekapital haben.

Der Abschluss eines Vertrages über eine Basisrente ist nicht an eine monatliche Beitragszahlung gebunden. Die Beiträge können etwa auch für die jährlich, halbjährlich oder ehrlich eingezahlt werden. Daneben sind auch flexible Einzahlungen möglich, etwa um den steuerlichen Förderprogrammen bestmöglich auszunutzen. Im Rahmen der Basisrente gibt es auch keinen Mindestbeitrag, die Höhe des Beitrages – und damit auch die Höhe der späteren Rente – können flexibel vereinbart werden.

Auch der Beginn und die Dauer der Ansparphase sowie der Auszahlungsphase können nach Ihren Bedürfnissen vereinbart werden, die einzige Voraussetzung ist, dass die Rentenzahlungen nicht vor der Vollendung ihres 60. Lebensjahres beginnen.

Außerdem kann im Rahmen der Basisrente auch ein zusätzlicher Versicherungsschutz für den Fall der Erwerbsunfähigkeit vereinbart werden. Dieser Erwerbsunfähigkeitsschutz ist jedoch nicht Bedingung der Basisrente, sie können vielmehr frei entscheiden, ob sie den Fall der Erwerbsunfähigkeit hier ebenfalls versichern wollen oder nicht. Im Rahmen dieser Erwerbsunfähigkeitsschutzes kann sowohl die Befreiung von weiteren Beitragszahlungen bei vollem Gehalt der versicherten Basisrenten-Leistungen vereinbart werden wie auch die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente. Diese Berufsunfähigkeitsrente darf allerdings nicht höher sein als vereinbarte Altersrente.

Staatliche Förderung der Basisrente[↑]

Die Förderung des Staates für die Basisrente erfolgt ausschließlich durch die Gewährung steuerlicher Abzugs für Möglichkeiten für die Beiträge. Anders als etwa bei der Riester-Rente gibt es für die Basisrente keine staatliche Zulage.

Die von Ihnen für die Basisrente aufgewandten Beiträge sind zusammen mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung im Rahmen der Altersvorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben bei der Ermittlung ihres zu versteuernden Einkommens abzugsfähig.

Die von ihm gezahlten Beiträge zur Basisrente sind dabei derzeit noch nicht voll abzugsfähig. So sind etwa im Jahr 2010 70 % der Gezahltenbeiträge zur Basisrente bei der Einkommensteuer absetzen war, in den kommenden Jahren erhöht sich dieser Prozentsatz jährlich um weitere 2 %, so dass erst ab dem Jahr 2025 die Beiträge voll abzugsfähig sind.

Darüber hinaus bestehen auch Obergrenzen: so sind eingezahlten Beiträge zur Altesvorsorge bis maximal 20.000 € – bei zusammen veranlagten Ehegatten bis maximal 40.000 € – jährlich als Altersvorsorgeaufwendungen abzugsfähig. Diese maximal abzugsfähigen Altersvorsorgeaufwendungen teilt sich die Basisrente jedoch mit ihrer gesetzlichen Rentenversicherung:

  • Als rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer können Sie gehen vom Arbeitgeber eingehaltenen Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung als Altersvorsorgeaufwendungen geltend machen, allerdings müssen sie den steuerlich abziehbaren Maximalbeitrag um den steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung kürzen. Für die Berücksichtigung von Beiträgen zur Basisrente verbleibt daher nur der Betrag von 20.000 € (bzw. 47.000 € bei verheirateten) abzüglich der Arbeitgeber-und Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Als nicht rentenversicherungspflichtiger Beamte oder Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH müssen Sie den steuerlich absetzbaren Höchstbeitrag um denjenigen fiktiven Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung (also einen fiktiven Arbeitnehmeranteil und Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung) kürzen, der bei dem von ihm bezogenen Gehalt zu zahlen wäre, wenn Sozialversicherung bestünde.
  • Lediglich als Selbstständiger können sie den gesetzlich vorgesehenen Rahmen für Altersvorsorgeaufwendungen vollständig für eine Basisrente nutzen, soweit nicht auch Beiträge an ein berufsständisches Versorgungswerk gezahlt werden.

So weit die oben beschriebenen Zusatzbausteine in den Vertrag über die Basisrente aufgenommen wurden, dürfen die hierauf entfallenden Beiträge nur weniger als 50 % des jährlichen Gesamtbeitrages ausmachen.

Hinterbliebenenversorgung[↑]

Im Rahmen der Basisrente kann für den Fall ihres Todes auch eine Hinterbliebenenversorgung für ihren Ehegatten und ihre Kinder vereinbart werden. In diesem Fall erhält der überlebende Ehepartner eine lebenslange Hinterbliebenenrente, sofern die Ehe zum Todeszeitpunkt noch bestanden hat, Ihre hinterbliebenen Kinder können eine Waisenrente bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres erhalten. Diese Hinterbliebenenversorgung ist jedoch nicht per se in der Basisrente enthalten, sondern sie muss separat abgeschlossen werden, was grundsätzlich auch nachträglich noch möglich ist, etwa wenn sie heiraten oder sich Kinder einstellen.

Teilweise wird im Rahmen der Basisrente auch eine zusätzliche Risikolebensversicherung angeboten, die im Fall Ihres Todes an Ihre Angehörigen eine einmalige Kapitalleistung auszahlt. Die Beiträge zu dieser Zusatzversicherung können allerdings nicht steuerlich im Rahmen ihrer Altersvorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden.

Besteuerung der Rentenzahlungen[↑]

Wie schon bei den Beiträgen werden auch in die Rentenzahlungen aus einem Basisrenten-Vertrag steuerlich ebenso behandelt wie Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Genauso wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung ist daher auch bei der Basisrente der sogenannten Besteuerunganteil der Rente einkommensteuerpflichtig. Diese Steuerpflicht besteht im Übrigen unabhängig davon, ob die von Ihnen gezahlten Beiträge seinerzeit steuerlich als Altersvorsorgeaufwendungen gefördert wurden oder nicht.

Der Besteuerungsanteil der Basisrente ist dabei ebenso hoch wie der für eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Wie schon bei den Beiträgen steigt auch dieser Besteuerungsanteil in den kommenden Jahren kontinuierlich, wobei maßgebend lediglich das Kalenderjahr ist, in dem die Rentenzahlung beginnt: so beträgt etwa der Besteuerungsanteil bei einem Renteneintritt im Jahr 2010 60 % und erhöht sich bei einem Renteneintritt in den kommenden Jahren um jährlich weitere 2 %, ab 2020 dann um jeweils 1 %. Der so bei Rentenbeginn ermittelte Besteuerungsanteil bleibt in deinen allerdings auf Dauer fest, erhöht sich also in den Folgejahren nichts mehr. Spätere Rentenerhöhungen unterliegen allerdings vollständig der Einkommensbesteuerung.

Förderberechtigte[↑]

Grundsätzlich können alle in Deutschland einkommensteuerpflichtigen Personen, also alle Personen, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, die staatliche Förderung der Basisrente in Anspruch nehmen. Dies betrifft also nicht nur Selbstständige, sondern auch Arbeitnehmer, Beamte und nicht Erwerbstätige. Besonders sinnvoll ist die Basisrente allerdings für Selbstständige, denen hier die Möglichkeit geboten wird, steuerfrei für ihr Alter vorzusorgen, obwohl sie nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen. Darüber hinaus kann die Basisrente allerdings auch für Arbeiternehmer sinnvoll sein, um eine drohende Rentenlücke zu schließen.