Wie lohnenswert sind vermögenswirksame Leistungen wirklich?

Sie werden als echtes Highlight beworben und sollen dem Arbeitnehmer die Möglichkeit geben, zusätzliches Geld anzusparen. Die Rede ist von vermögenswirksamen Leistungen. Noch immer entscheiden sich viele Arbeitnehmer dafür, diese nicht in Anspruch zu nehmen oder wissen schlicht nicht, was sie ihnen bringen können. Ob es sich lohnt, bei der Lohnabrechnung die vermögenswirksamen Leistungen im Blick zu haben, wird hier geprüft.

Was verbirgt sich hinter den vermögenswirksamen Leistungen?

Es handelt sich um Leistungen, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zur Verfügung stellt. Bis zu 40 Euro können sie monatlich betragen und werden durch den Arbeitgeber an eine Wertanlage überwiesen, die der Arbeitnehmer auswählt. Es kann sich dabei um einen Bausparvertrag handeln, aber auch um Fonds oder Sparpläne. Die Zahlung ist allerdings freiwillig. Wer keine vermögenswirksamen Leistungen durch seinen Arbeitgeber erhält, kann diese auch nicht rechtlich einfordern. Generell werden vermögenswirksame Leistungen für Angestellte und Auszubildende, Soldaten und Beamte zur Verfügung gestellt.

VL-Sparen in Anspruch nehmen

Um den zusätzlichen Betrag erhalten zu können, wird erst einmal ein Vertrag benötigt, da dieser dem Arbeitgeber vorgelegt werden muss. Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, dass der Vertrag auch wirklich für die vermögenswirksamen Leistungen geeignet ist. Der Vertrag wird dann dem Arbeitgeber gezeigt. Dieser führt eine Überweisung der Zahlungen direkt auf das im Vertrag angegebene Konto aus. Zusätzlich dazu wird meist auch vom Gehalt ein festgelegter Betrag investiert. Normalerweise wird der Vertrag für sieben Jahre abgeschlossen. Sechs Jahre lang wird in den Vertrag eingezahlt. Das letzte Jahr ist noch da, damit der Vertrag ruhen kann. Jetzt kann der Betrag ausgezahlt werden. Zudem kann nach sechs Jahren ein neuer Vertrag abgeschlossen werden.

Was spricht gegen die vermögenswirksamen Leistungen?

Was erst einmal gut klingt, sollte aber von allen Seiten beleuchtet werden. So kann der Vertrag nur schwer vor Ende der Laufzeit aufgelöst werden. In vielen Fällen ist das sogar mit Kosten verbunden. Zudem kann es sein, dass der Vertragspartner einen gewissen Mindestbetrag fordert, der auch über der Zahlung des Arbeitgebers liegen kann. In dem Fall muss der Arbeitnehmer noch etwas von seinem Gehalt investieren. Zudem müssen die vermögenswirksamen Leistungen versteuert werden. Auch das ist oft nicht bekannt.