Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Absicherung der eigenen Berufsunfähigkeit ist spätestens seit der Reform des Systems der gesetzlichen Erwerbsunfähgikeitsrente immer wichtiger geworden. Seit die Absicherung der Berufsunfähigkeit über die gesetzliche Rentenversicherung eingeschränkt wurde, sollten Sie für dieses Risiko selbst Vorsorge treffen:

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente[↑]

Eine Berufsunfähigkeitsrente oder Erwerbsunfähigkeitsrente gibt es seit 2002 nur noch in sehr eingeschränktem Rahmen. Ab dem Jahrgang 1961 erhalten alle Versicherten nur noch eine Erwerbsminderungsrente, die minimale Leistungen erbringt. Mit 35 % des letzten Bruttoeinkommens ist die Höchstgrenze der Erwerbsminderungsrente erreicht, die aber nur dann gezahlt wird, wenn die betreffende Person nicht mehr in der Lage ist, drei Stunden zu arbeiten.

Weiterhin gelten für alle die gleichen Bedingungen: Es wird nicht mehr zwischen den einzelnen Berufen und Arbeitszeiten unterschieden. Jede Arbeitsstelle muss angenommen werden.

Lediglich Berufsanfänger finden noch eine besondere Berücksichtigung. So erhält derjenige als Berufsanfänger eine Erwerbsminderungsrente, bei dem vor Ablauf von sechs Jahren nach Ausbildungsende der Versicherungsfall eingetreten ist und der in den letzten zwei Jahren vorher mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge gezahlt hat. Diese zwei Jahre können sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres bis zu sieben Jahre verlängern.

Der gesetzliche Versicherungsschutz ist auch für Personen, die vor dem 1. Januar 1961 geboren sind, schlechter geworden. Hier gibt es zwar noch die inhaltliche Unterscheidung zwischen Berufsunfähigkeitsrente und Erwerbsunfähigkeitsrente – aber die Leistungen sind erheblich weniger geworden als vorher.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung[↑]

Durch die grundlegenden Einschneidungen bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente ist es für die finanzielle Absicherung bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit durchaus sinnvoll, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Typischerweise haben Selbständige und Freiberufler nicht einmal einen Anspruch auf die staatliche Rente. Diese Lücke kann eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließen. Dabei wird dann die Rente ausgezahlt, wenn mindestens eine 50 prozentige Berufsunfähigkeit besteht. Liegt Pflegebedürftigkeit mit mindestens Pflegestufe 1 vor, wird normalerweise bei den Versicherungen (individuelle vertragliche Vereinbarungen) ebenfalls von einer Pflegebedürftigkeit ausgegangen.

Sehr viele Versicherungen geben auch die Möglichkeit, eine Staffelregelung bezüglich der Rentenauszahlung zu vereinbaren. Je nach Schweregrad der Berufsunfähigkeit kann dann z. B. die volle Rente erst bei 75 %, Teilauszahlungen ab schon ab einer 25 %en Berufseinschränkung geleistet werden. Ist der Versicherungsfall – das heißt, die Berufsunfähigkeit, eingetreten, werden die Beitragszahlungen bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen normalerweise ausgesetzt. Finanziell spührbar wird das, wenn die Versicherung als Zusatzversicherung zu einer Risikolebensversicherung, Kapitallebensversicherung oder einer privaten Rentenversicherung abgeschlossen worden ist. Denn üblich ist bei den Versicherungsunternehmen, dass bei Eintritt des Versicherungsfalls der Zusatzversicherung nicht nur der Beitrag dieser Versicherung aussetzt, sondern auch für die Hauptversicherung kein Beitrag mehr zu zahlen ist.

Dread Disease Versicherung[↑]

Eine wenig bekannte Variante der Lebensversicherung ist die Dread Disease Versicherung, durch die eine Krankheit abgesichert werden kann. Tritt eine schwere Erkrankung, wie z. B. Herzinfakt, ein, so werden mit dieser Versicherung die finanziellen Folgen der Krankheit durch eine sofortige Teilausschüttung der Versicherungsleistung gemildert.

 

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